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Orale Restriktionen sind funktionelle Einschränkungen der Beweglichkeit von Zunge, Lippen oder Wangen, die durch verkürzte oder straffe Schleimhautbänder (Frenula) verursacht werden. Besonders häufig steht dabei das restriktive Zungenband (Ankyloglossie) im Mittelpunkt. Aber auch Lippen- und Wangenbänder können die normale Funktion im Mundraum beeinträchtigen.
Bereits im Säuglingsalter können orale Restriktionen Auswirkungen auf das Stillen und die orale Entwicklung haben. Später können sie zudem Atmung, Sprachentwicklung sowie Kau- und Schluckmuster beeinflussen.
Über Muskeln, Faszien und das Zungenbein steht die Zunge in enger Verbindung mit dem Kehlkopf, der Halswirbelsäule und weiteren Körperstrukturen. Ist die Beweglichkeit der Zunge durch ein restriktives Band eingeschränkt, kann dies zu dauerhaften Spannungen führen. Um diese auszugleichen, verändert der Körper häufig seine Haltung: Der Kopf wird nach vorne verlagert, die Halswirbelsäule überstreckt sich und es können Verspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich entstehen. Auch Kiefergelenksbeschwerden und Kopfschmerzen können damit in Zusammenhang stehen.
Entscheidend ist nicht allein das äußere Erscheinungsbild eines Bandes, sondern vor allem dessen funktionelle Auswirkung. Daher ist eine interdisziplinäre Diagnostik unter Einbeziehung von Stillberatung, Logopädie, Zahnmedizin, Pädiatrie und gegebenenfalls HNO-Heilkunde besonders wichtig.
Orale Restriktionen äußern sich häufig durch Schwierigkeiten beim Stillen.
Mögliche Anzeichen sind:
Weitere Hinweise können sein:
Auch bei der stillenden Mutter können Beschwerden auftreten, beispielsweise:
Mögliche Hinweise auf orale Restriktionen sind:
Eine Zungenbanddiagnostik kann auch im Erwachsenenalter sinnvoll sein, beispielsweise bei:
Unsere Diagnostik erfolgt funktionell und nicht ausschließlich anhand visueller Klassifikationen. Dabei beurteilen wir – abhängig vom Alter – unter anderem:
Bei Säuglingen stehen insbesondere die Stillbeziehung und die Trinkfunktion im Mittelpunkt. Bei älteren Kindern berücksichtigen wir zusätzlich mögliche Auswirkungen auf Sprache, Mundatmung und Kieferentwicklung.
Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung treffen wir stets individuell und orientiert an den vorhandenen Beschwerden und funktionellen Einschränkungen.
Vor einer möglichen Trennung sollten zunächst alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Dazu zählen beispielsweise:
Erst wenn trotz dieser Maßnahmen weiterhin relevante funktionelle Einschränkungen bestehen, kann eine Frenotomie (Durchtrennung) oder Frenektomie (vollständige Entfernung des Bandes) sinnvoll sein.
Unser Ziel ist es nicht, lediglich ein Band zu durchtrennen, sondern die zugrunde liegende Funktion langfristig und nachhaltig zu verbessern.
Nach sorgfältiger Diagnostik, interdisziplinärer Abklärung und ausführlicher Aufklärung erfolgt die Behandlung in unserer Praxis mittels modernem CO₂-Laser.
Die Vorteile dieser Methode:
Bei Bedarf kann die Behandlung auch unter Lachgassedierung oder in Vollnarkose durchgeführt werden.
Eine erfolgreiche Behandlung endet nicht mit der Trennung des Gewebes. Die Durchtrennung allein führt nicht automatisch zu einer funktionellen Verbesserung.
Deshalb legen wir großen Wert auf eine umfassende Begleitung vor und nach dem Eingriff. Dazu gehören:
Durch die enge Zusammenarbeit mit Eltern, Stillberaterinnen, Logopädinnen und weiteren Fachdisziplinen schaffen wir optimale Voraussetzungen für eine nachhaltige Verbesserung der oralen Funktion, der Atmung und der allgemeinen Entwicklung.